Wir haben an dieser Stelle lang nicht mehr von uns hören lassen. Was natürlich nicht heißt, dass nichts ging…

Wir sind mit EOS (wie eigentlich von Anfang an…) in einer spannenden Phase. Mangels einer Alternative steht als Kurzbeschreibung auf unserem Blog “…die emergente Gemeinschaft der Vineyard Heidelberg.”

Was das für uns heißt - also was unsere Identität als Gemeinschaft ausmacht - ist auch für uns eine Entdeckungsreise. Eine gute und intensive Etappe davon haben wir kürzlich auf einer Mini-Freizeit unternommen. Zehn von uns haben sich zwei Tage lang besser kennengelernt, und gemeinsam haben wir uns inspirieren lassen, wohin die gemeinsame Reise weiter gehen soll. Oder wie es Katharina formuliert hat: “War eine gute Gemeinschaft mit tollen inspirierenden Momenten. Mir persönlich hat es geholfen das EOS- Profil ein stückweit mehr mit Leben gefüllt zu sehen.”

HIER gehts zur Bildergalerie.

Eins ist klar: intensive Gemeinschaft soll wichtig sein, wir versuchen das in letzter Zeit mit einer “Alltagsliturgie” umzusetzen, das heißt einer täglichen festen Gebetszeit und einem Bibelvers, der uns alle in den Alltag begleitet. Ausserdem hat ein “Laberkreis” angefangen, der aus lockerem Austausch in Caféathmosphäre über Lebens- und Glaubensrelevante Themen besteht. Ein wichtiger Schritt für das Thema “kreative Umordnung”/alternative Formen der Anbetung war ein Gottesdienst in der Adventszeit, der auf gute Resonanz auch ausserhalb der “Kerngruppe” stiess - ein weiterer soll bald folgen.

Viele ermutigende Aufbrüche also - die Reise geht weiter!

Letzten Sonntag haben wir unseren ersten EOS-Gottesdienst gefeiert. Für uns alle war es ein eindrückliches Erlebnis. Hier ein paar Stimmen:

Tommes schrieb:

Mich hat vor allem gefreut, dass sehr unterschiedliche Leute den Gottesdienst als Raum des zur Ruhe Kommens und des Gebets erlebt haben - das war unser Ziel. Interessant auch wie unterschiedlich die Prozesse beschrieben wurden die in den Einzelnen angestossen wurden: von “ich bin nach einem stressigen Wochenende richtig zur Ruhe gekommen” bis zu “es hat mir geholfen mich darauf vorzubereiten Licht in der Welt zu sein”. Wahrscheinlich hilft so eine offener, kreativer und interaktiver Gottesdienst mehr sich auf innere Prozesse auf dem Weg des Glaubens einzulassen als etwas über den Glauben zu lernen. Konstruktion statt Instruktion.

Und Arne kommentierte:

Ich hatte mich gefragt, ob dieser Stil wirklich für mich funktionieren wird oder ob das nur ein Trend ist. Aber ich war lange nicht mehr so vollkommen überzeugt von einem Gottesdienst. Irgendwie war alles richtig so wie es war. Es war wirklich ein besonderer Raum, in dem das Tempo aus seinem Leben herausgenommen wurde und in dem wirklich Leute Neues in ihr Leben bekamen.

Und ich denke auch viele der Teilnehmer(-innen) haben den Gottesdienst als intensiv erlebt, was zum Beispiel diese Stimme zeigt:

Es war toll kreativ , sinnlich und schwebent aber auch eintauchent zugleich…
JA , es war zum auftanken , aufatmen und eine gute Vorbereitung der geburt des Lichtes in uns . Wird mir leider nicht immer so bewust … Danke !!!

Und ein Statement von Marlin:

 Es war ein richtig schöner erster Abend. Ich finde diese unterschiedlichen Zugänge zu Gott wichtig und auch Raum für unterschiedliche Gottesdienstformen. Es steckt viel Kreativität in Eos und ich bin gespannt, welche Leute sich dort wieder finden. Es war auf jeden Fall ein guter Schritt in Richtung Gemeinschaft und Raum für verschieden Stimmen in unsrer Gemeinde. Wir werden sehen, was sich an nach der ersten Morgenröte noch blicken lässt.

Inhaltlich war der Gottesdienst ziemlich vielfältig. Nach einem Massive Attack-Video zur Hinführung zum Thema “Gott wird Mensch”, einem dialogischen Impuls (Download) und einer thematischen Einleitung gab es zunächst einige (Advents-)Lieder und es war jedem ganz freigestellt, ob man zu den verschiedenen Stationen ging, sitzenblieb oder vielleicht einen Punsch trinken ging. Die Stationen sollten zur Auseinandersetzung mit Fragen anregen wie: Wie gewinnt Gott Gestalt auch in meinem Leben? Wie kann ich mich darauf vorbereiten, was muss ich loslassen? Oder auch: Welche Träume hat Gott für mein Leben, für die Welt? Was sind meine Träume? Die Grundathmosphäre war einfach geprägt von: Ankommen, Aufatmen, in der Gegenwart Gottes sein, sich segenen lassen.

Ich poste bald noch ein paar Bilder, wenn das blöde RockYou mal funktioniert - oder weiß jemand eine gute Alternative?

EOS - so heißt jetzt unsere Gemeinschaft. Das steht im Griechischen für Morgenröte, den Tagesanbruch und bei uns für Neues, das aufbricht und hervorkommt. In unserem Leben und in der Welt um uns herum. Der neue Tag, der frühe Morgen, der symbolisch für den Neuanfang und die Veränderung steht, der durch das Reich Gottes kommt - jetzt, hier und inmitten des Alten.

Wir sind gespannt welchen Weg Gott weiter geht mit unserer Gemeinschaft. Nächsten Sonntag feiern wir einen Gottesdienst, zu dem auch du herzlich eingeladen bist. Es wird adventlich, es wird kreativ, und es wird relevant für dein Leben. Sonntag, 17:00 Steubenstraße 17.

EOS-Gottesdienst

Nachdem jetzte eine Weile Sendepause war wird es Zeit, ein kleines Update von dem zu geben was bei uns die letzten Wochen passiert ist. Wir haben bei unseren letzten Treffen überlegt, was das Leben unserer Gemeinschaft ausmachen soll, was unsere Träume sind und wie wir diese in die Tat umsetzen wollen. Drei Visionen haben wir formuliert:

  • Wir wollen die Hände und Füße Jesu sein
    Unser Leben soll die Botschaft sein, wir wollen den verkörpern dem wir nachfolgen.
  • Wir sind gemeinsam auf der Reise
    Glaube gemeinsam zu leben heisst, das wir nicht fertig und am Ziel sind - der Weg ist das Ziel.
  • Wir suchen die kreative Umordnung
    Der Ausdruck unseres Glaubens an einen kreativen Gott soll sich in einer kulturell relevanten Form zeigen

Wie wir das konkret leben wollen:

  • Wir treffen uns jeden ersten und dritten Sonntag zu einem alternativen Gottesdienst (bis jetzt im kleinen Kreis)
  • Einmal wöchentlich gemeinsames Mittagessen mit Abendmahl
  • Konkrete Mitarbeit bei bestehenden diakonischen Projekten
  • Angebot eines philosophisch-theologischen Gesprächskreises

Außerdem suchen wir einen neuen Namen, der das alles bündelt - hiermit bist Du eingeladen dich zu beteiligen!

Wir sind begeistert von dem was sich bewegt und sehr gespannt darauf, was sich auf dem Weg noch alles ereignen wird.

    Kontakt macht gerade Sommerpause, aber bald starten wir richtig durch. Ab September wollen wir die nächste Stufe zünden, das heißt weitere Schritte gehen auf dem Weg zur Cluster-Gemeinschaft. Wir wollen die Idee mittelgroßer Gemeinschaften mit unterschiedlicher Ausprägung nach und nach in der ganzen Gemeinde umsetzen, und unsere Gruppe bildet dabei so etwas wie den Versuchsballon.

Wir haben in den letzten Monaten schon einiges ausprobiert und uns alle drei Wochen getroffen und viel gebetet, gelacht und gedacht. Ab September gehts dann im zweiwöchentlichen Rhythmus weiter - mit mehr Regelmäßigkeit, Verbindlichkeit und genauso locker. Dabei sind wir nach wie vor in der Findungsphase. Momentan geht es darum, zu formulieren, was die Richtung und Vision unserer Gemeinschaft sein soll. Es ist spannend, und wir freuen uns darauf, unser “Baby” weiter wachsen und reifen zu sehen.. Nähere Infos folgen, auch zu Terminen.

Wir haben uns aber auch in der Zwischenzeit wieder getroffen, zuletzt zu “lectio divina” und centering prayer - Kontemplation und Kaffee im kleinen Kreis.

Bis bald!

Gestern hatten wir im Hauskreis verschiedene Gebetsstationen angeboten: eine Klagemauer, Stadtplangebet für Heidelberg, Kerzen für Freunde und andere. Arne hat zu einzelnen Stationen so treffende und inspirierende Texte geschrieben, dass ich sie an dieser Stelle veröffentlichen will:

Klage

„Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche. Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.“   (Hebräer 4) 

Haben wir vergessen, unsere Erfahrungen wirklich vor Gott zu bringen? Wir beten unsere braven Gebete, wie durch einen Filter: „Gott mir geht’s nicht ganz so gut gerade.“. Aber vielleicht kann der allmächtige Gott mehr tragen, als wir ihm zumuten wollen. Vielleicht ist er aufrichtig interessiert und kann sogar mitfühlen. Gerade wenn das Leben nicht so verläuft, wie wir es erhoffen, sollten wir es wagen, die Dinge zu benennen und ehrlich unsere Wut, Enttäuschung, Resignation, unseren Frust und unsere geplatzten Träume so vor Gott auszudrücken. So wie wir sie empfinden.

In Jerusalem, an der Westseite des Tempelberges steht der Rest einer Mauer. Diese Mauer symbolisiert für gläubige Juden den Verlust ihres wichtigsten Symbols: den Tempel. Damit verloren sie auch ihre Identität. Es symbolisiert die Abwesenheit Gottes. Gleichzeitig aber ist es auch ein Symbol der Hoffnung: ein Stück des Tempels steht noch; man kann Gott noch vertrauen, auch wenn man nicht mehr weiß, wer man ist und wohin man will.

In die Ritzen der Mauer stecken viele Juden dann jene Klagen und Gebete, die zu schwer sind, um sie auszusprechen.  

Dankbarkeit

„Lasst euch verwandeln durch die Erneuerung eures Denkens!“ Römer 12:2
Dankbarkeit ist eine Frage der Wahrnehmung, der Perspektive.
Wie leicht fällt es uns manchmal auf das zu schauen, was noch fehlt und wie schnell vergessen wir dabei überhaupt wahrzunehmen, was wir haben?
„Immer hab ich Pech!“ sagt man schnell: „Die Schlange im Supermarkt, an der ich mich anstelle ist immer die langsamste!“.
Wie eng wird unser Herz durch den Eiter des Selbstmitleides, durch Neid, Unzufriedenheit oder schlicht falscher Wahrnehmung?
Kann es sein, dass Glück damit zu tun hat, seinen Blick wieder darauf zu lenken, was man alles hat? Ist manchmal Zufriedenheit vielleicht weniger eine Frage der Umstände und mehr eine Frage von Dankbarkeit?
Wir Christen haben ein Privileg, weil wir wissen, wem wir alles zu verdanken haben. Unser Herz wird wieder weit, wenn wir danken. Wir fühlen uns ein Stückchen zufriedener, werden bereit für Großzügigkeit, lernen zu teilen.
Aber es geht nicht nur um Dinge, die wir besitzen, sondern auch Aspekte der Schöpfung, die wir genießen: eine Tasse Kaffee, den Geruch von Regen, den Geschmack von Mangos, Beziehungen, in denen wir stehen.
 Dankbarkeit ist eine Frage der Wahrnehmung.

Ignatius-Window

Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich christliche Frömmigkeit. Zwischen diesen beiden Polen bewegten sich auch unsere beiden letzten Treffen.

Nach einigen Monaten VineyardKontakt und den ersten praktischen Erfahrungen haben wir uns letzte Woche zu einer Austauschrunde getroffen über das bisher Erlebte und Erprobte und Ideen, die wir noch umsetzen können. Die Resonanz war insgesamt positiv und das Grundziel, geistliche Erfahrung mit ungewohnten Formen zu ermöglichen hat grundsätzlich bisher gut geklappt. Positiv erwähnt wurde, dass die Anbetungzeiten von Freiheit geprägt sind: Es gibt Raum, Gott auf die je eigene Art zu begegnen und mit persönlichen Anliegen in die Gegenwart Jesu zu kommen, was wiederum Veränderungsprozesse in Gang setzt. Klar ist auch, dass der Freiheitraum durch einen bestimmten Rahmen, sei er thematisch oder liturgisch, zustandekommt. Wir haben darüber nachgedacht, ob wir das auch mit mehr “liturgischen” Elementen wie Gebeten im Wechsel oder anderen “Ritualen” erreichen könnten.

Besonders wichtig ist uns, dass das Ganze trotzdem nicht zur Individualfrömmigkeit führt, sondern in Gemeinschaft eingebettet ist. Das konnten wir gut umsetzen mit unseren Brunch-/Kaffeesessions. Auch in der Anbetungszeit selber waren immer explizit gemeinsame Zeiten und Austauschmöglichkeiten dabei. Der Übergang und die Integration von individuellen Formen und Gemeinschaft bleibt sicher ein Thema.

Insgesamt haben wir schon viele verschiedene Formen ausprobiert: Von eher textorientierten Formen und Meditationen zum Malen und Musizieren. Die spirituellen Bausteine bewegen sich im ganzen Spektrum zwischen Aktion und Kontemplation. Aber im Gespräch sind wir auch drauf gekommen, dass das letztlich ein falscher Gegensatz ist. Aktive Formen ohne Kontemplation (also der Gegenwart Gottes) sind genauso sinnlos wie Kontemplation, die nicht zu Aktion führt.

Um die beiden Aspekte ging es auch in einer Textmeditation der Geschichte von Maria und Martha am letzten Sonntag. Wir haben, nach musikalischer Einleitung, uns der Geschichte mit einer Meditation über die verschiedenen beteiligten Personen der Geschichte genähert, inspiriert vom betenden Bibellesen des Ignatius von Loyola. Dabei wird eine Geschichte, ein kurzer Abschnitt, mehrmals langsam vorgelesen, begleitet von Anregungen zur Meditation. So geht es darum, sich nach und nach in die verschiedenen Personen hineinzuversetzen und so mittels der Vorstellungskraft in die Geschichte hineinzutauchen. Indem man sich mit den Beteiligten identifiziert und ihren Gedanken, Gefühlen und Motiven nachspürt, wird Textverständnis möglich, dass sich nicht auf rein verstandesmäßiges Verstehen beschränkt.

Kerze

Nächste Wochen gibt es gleich zwei Treffen: Am Donnerstag, 21. 6. um 18:00 wollen wir uns für eine Feedback- und Brainstormingrunde treffen.

Am Sonntag, 24. Juni ist dann wieder Kaffee + Anbetung angesagt. Um 15:00 treffen wir uns im Raith-Schloß in Rohrbach zum Kaffee und wollen dann die Bibel betend lesen (nach Ignatius von Loyola).

Nähere Infos gibt es per email auf Anfrage.

Sonntag war wieder unser Kontakt-Treffen, diesmal unter dem Thema ‘Wenn aus Texten Bilder werden’ (oder so ähnlich). Ich bin ja nicht gerade der künstlerischte Typ der auf Erden geboren wurde,  aber ich fand es trotzdem sehr inspirierend, aber erst mal alles der Reihe nach. Zunächst mal haben wir in der neuen Residenz von Familie Raith (zu der ich ja auch gehöre) ausgiebig gebruncht  - zum Glück hat das Essen gereicht obwohl so viele wie noch nie da waren. Dann haben wir unter Anleitung von Tamara eine Meditation zu der biblischen Geschichte gemacht, in der Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht: Text lesen, darüber meditieren, einzelne Verse die einen ansprechen raussuchen, meditieren, sich für einen Vers entscheiden, darüber meditieren usw. Was ich sehr schön fand war, dass dann auch im kreativen Teil eine sehr schöne ruhige Atmosphäre war, in der man gut beten und malen konnte. Es gab die Möglichkeit einen Teil eines Bildes zu gestalten und das was einen inspieriert hat in Form und Farbe zu bringen, als Gebet auszudrücken. Und auch die Fußwaschung wurde ganz praktisch, wir haben uns gegenseitig die Füße gewaschen (nur wer wollte).
Jeder konnte zum Abschluss noch etwas zu derm Teil seines Bildes sagen und es war beeindruckend wie vielfältig und unterschiedlich die einzelnen ihre Eindrücke festgehalten hatten (bis hin zu einer physikalischen Interpretation des Lichts :-)

Hier könnt ihr euch einige Impressionen von unserem Treffen anschauen:

Kunst-Kontakt

Für mich persönlich war der Tag deshalb so bereichernd, weil mir die Geschichte vom Kopf ins Herz gerutscht ist und ich einen neuen Zugang dazu gefunden habe wie Jesus mit mir umgeht und welches Beispiel er mir gegeben hat - diese Erlebnisse werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Ach ja, und ich habe echt gemalt, obwohl ich das eigentlich sonst nie mache - ratet mal welches mein Teil war?

Nächsten Sonntag, dem 3. Juni um 15:00, findet unser nächstes Treffen statt. Wir werden uns wohl im Wieblinger Stützpunkt treffen - und es wird künstlerisch. Man darf also gespannt sein! Kommt zahlreich und gebt bitte vorher kurz Bescheid, hier auf dem Blog oder per e-mail. Dann gibt’s auch ne Wegbeschreibung..

Next Page »